Jahrgang 2005/2006

1. Lobbying in Brüssel?
Gibraltar in/und/trotz Europa

2. Schulsystem und wirtschaftliche Entwicklung in Bosnien-Herzegowina

3. Irische Reaktion auf die Arbeitsmigration aus Osteuropa nach Irland

4. Migranten in der Ukraine

5. Klöster in Europa (katholisch – orthodox)

6. Nordzypern –
politisches Engagement von Jugendlichen

7. Antisemitismus in Europa
Vergangenheits- oder Gegenwartsproblem?
Gegenwärtige Anzeichen des Antisemitismus in Europa am Beispiel Deutschlands, Polens und Frankreichs

 

1. Lobbying in Brüssel

Die Projektgruppe »Lobbyismus in Brüssel« forscht zu Arbeitsweisen und Selbstverständnis der Umwelt-, Wirtschafts- und Industrieverbände als Vertreter von Gruppeninteressen innerhalb des demokratischen
Systems der EU.

Dafür betrachten wir zum einen das Fallbeispiel der Chemikalienrichtlinie REACH und untersuchen, auf welche Weise die Wirtschafts- (unice, cefic, VCI) und Umweltverbände (Greenpeace, WWF, EEB, FUE) Einfluss auf ihren Entwicklungsprozess in Kommission, Parlament und Rat der Europäischen Union genommen haben.

Zum anderen beschäftigen wir uns mit demokratietheoretischen Aspekten, um die zwiespältige Rolle der Verbände zu erfassen, die einerseits die Demokratie fördern, indem sie ein Bindeglied zwischen Bürgern und politischen Organen darstellen, andererseits aber auch unterminieren, indem bestimmten Interessen ein privilegierter Zugang zur Macht ermöglicht wird.

Lana Berulava
Tim Gemkow
Ulla Keränen
Evgenia Markova
Manuel Müller
Ufuk Topkara
Anna Wehofsits

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2. Schulsystem und wirtschaftliche Entwicklung in Bosnien-Herzegowina

Bosnien-Herzegowina ist auch zehn Jahre nach dem Friedensvertrag von Dayton ein von zahlreichen politischen und kulturellen Grenzen geprägter Staat, dessen Existenzrecht von einem Teil seiner Bevölkerung angezweifelt wird. Ausgangspunkt unserer Untersuchungen ist die Frage, wie stark ausgeprägt die Segregation der ethnisch definierten Bevölkerungsgruppen derzeit ist, ob sie eher zu- oder abnimmt, welche Bereiche des Lebens davon wie betroffen sind, und ob ein multiethnisches Zusammenleben in Zukunft in Bosnien-Herzegowina als realistisch gelten kann.

Wir wollen uns dabei auf zwei Bereiche des Alltagslebens konzentrieren. Da die Entstehung eines bosnischen Nationalbewusstseins insbesondere von der jüngeren Generation abhängt, werden wir zum einen das Schulwesen untersuchen. Zum anderen wollen wir der Frage nachgehen, in wie weit wirtschaftliches Handeln ethnisch motiviert ist, da wirtschaftliche Beziehungen potentielle Begegnungsmöglichkeiten außerhalb eines vornehmlich politisch und kulturell geprägten Umfeldes bieten könnten.

Moritz Deutschmann
Else Engel
Julia Gramlich
Volker Haigis
David Külby
Tomas Nigrin
Marion Salines
Gesa Wicke

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3. Irische Reaktion auf die Arbeitsmigration
aus Osteuropa nach Irland

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich Irland im Zuge des rasanten Wirtschaftsbooms von einem klassischen Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland gewandelt. Innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt wuchs der Ausländeranteil der irischen Gesellschaft von 2–3% auf über 10% an. Dieser Prozess hat sich insbesondere seit dem EU-Beitritt der zehn mittelosteuropäischen Staaten beschleunigt.

Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass Irland im Gegensatz zu den meisten anderen »alten Mitgliedstaaten« den neuen EU-Bürgern die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährt.

Vor diesem Hintergrund hat sich unsere Projektgruppe entschieden sich mit der Reaktion der irischen Gesellschaft auf die verstärkte Immigration, insbesondere aus Mittel- und Osteuropa, auseinanderzusetzen. Es soll daher ineiner ländlich geprägten Gemeinde, die eine hohe Konzentration von Einwanderern aus Mittel- und Osteuropa aufweist, eine explorative Fallstudie durchgeführt werden. Hierbei soll exemplarisch die Reaktion der Aufnahmegesellschaft auf die verstärkte Zuwanderung untersucht werden. Ziel unserer Studie ist es erste Hypothesen zu potentiellen gesellschaftlichen Konfliktlinien zwischen Aufnahmegesellschaft und Zuwanderern zu generieren.

Kristaps Berzins
Henry Haaker
Tilmann Heil
Paul Willem Hondius
David Scheller

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4. Migranten in der Ukraine

Seit dem 1999 durch den Europäischen Rat angenommenen Programm für die Beschleunigung der Schaffung eines Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts innerhalb der Europäischen Union ist die EU bemüht, einheitliche Standards für den Umgang mit Immigranten festzulegen und in den Mitgliedsstaaten umzusetzen. Auch die neuen osteuropäischen Mitgliedsstaaten der EU sind in diesem Vergemeinschaftungsprozess einbezogen und zur Sicherung ihrer Grenzen nach EU-Vorgaben verpflichtet.

Zugleich nimmt die Zahl der Flüchtlinge, die versuchen, meist illegal über die neue Ostgrenze in die EU ein zu reisen, jährlich zu. Zahlreiche dieser Migranten werden bereits in den Transitländern von örtlichen Behörden aufgefangen bzw. ihnen wird an der EU-Ostgrenze die Weiterreise verweigert oder sie werden aus der EU in das entsprechende Drittland abgeschoben. So werden die östlichen EU-Anrainer zu Auffangländern für Flüchtlinge, deren Ziel eigentlich die EU ist. Im Fall der Ukraine ist festzustellen, dass die nationalen Behörden von dem Umgang mit diesen Migranten überfordert sind und internationalen Abkommen zu Flüchtlingsschutz und Menschenrechten nicht gerecht werden können. Ziel des Projekts »Migranten in der Ukraine« ist die Untersuchung der Lage der Migranten in der Ukraine sowie der Aktivitäten verschiedener internationaler und nationaler Organisationen auf diesem Gebiet. Im Vordergrund der Projektarbeit steht die Rolle, die die EU sowie ihre Mitgliedsstaaten bei dem Umgang mit den aufgezeigten Problemen spielen.

Claus Bech Hansen
Thomas Davenport
Madlena Mahling
Lisbeth Zimmermann

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5. Klöster in Europa (katholisch – orthodox)

In unserer Projektgruppe beschäftigen wir uns mit der Bedeutung von Klöstern in der heutigen Gesellschaft. Dabei wollen wir dem Selbstverständnis der jeweiligen Klöster nachgehen, vor allem im Blick auf das Verhältnis von vita contemplativa und activa.

Hierbei interessieren wir uns einerseits für die Gemeinsamkeiten wie Unterschiede des monastischen Lebens in der orthodoxen und katholischen Kirche.

Andererseits fragen wir auch, wie die jeweiligen Länder und deren Geschichten das Mönchtum beeinflusst haben. Während unserer Projektreise besuchen wir daher Klöster in Frankreich, Polen und Griechenland, um mit den Mönchen und Nonnen ins Gespräch zu kommen und uns ein Bild vom Klosterleben vor Ort zu machen.

Radoslaw Martin Cichy
Luise Fischer
Sigrid Rettenbacher
Georgia Tsouni

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6. Nordzypern –
politisches Engagement von Jugendlichen

Wo befindet sich Nordzypern oder besser die T.R.N.C. zum heutigen Zeitpunkt nach dem vor nicht allzu langer Zeit gescheiterten Annan-Plan?Genauer, wie sieht die Lage unter den politisch aktiven Jugendlichen aus?Eines ist sicher: nicht wie damals. Die jungen Linken sind aufgrund des Neins der Linken im Süden tief enttäuscht und das Feld jugendlicher Aktivität deutlich vielseitiger als noch vor drei oder vier Jahren.

Zumal bleibt Nordzypern eine unsichtbare Gesellschaft, deren Beschaffenheit sich im Wandel türkischer Einwanderungs- bzw. Regierungspläne befindet. Wir wollen dabei nicht den Versuch unternehmen, eine repräsentative Darstellung des in der Bevölkerung vorhandenen Selbstverständnisses o.ä. auszuarbeiten.

Vielmehr meinen wir, dass schon eine Befragung unter politisch aktiven Jugendlichen vielversprechend sein könnte, da die T.R.N.C. wohl ihr zukünftiges Gesicht von diesen verliehen bekommen wird. Wir interessieren uns hierbei im besonderen für die Fragen nach dem jetzigen Selbstverständnis – sowohl was Zugehörigkeit, aber auch was das Ziel des eigenen Engagements anbelangt.

Außerdem wollen wir nach den Voraussetzungen fragen, die nach Meinung der Jugendlichen erfüllt sein müssen, damit ein neuer Versuch der Annäherung unternommen werden kann, nach den jetzigen Missständen, die am meisten ihre Arbeit als auch die Verwirklichung ihrer Visionen behindern, nach der Rolle, die die EU im Rahmen ihrer Vorstellungen spielen soll und nach ähnlichem mehr.

Dabei sollen die Schlagworte »politisch engagiert« eben nicht auf die Jugendorganisationen der Parteien beschränkt bleiben, sondern auch ökologisch und anderweitig gesellschaftlich aktive Gruppen subsumieren.

Christian Hinze
Patrick Urwyler
Benjamin Robert Hawkins
Boglarka Mittich
Marta Mituta
Agnieszka Walorska

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7. Antisemitismus in Europa
Vergangenheits- oder Gegenwartsproblem?

Gegenwärtige Anzeichen des Antisemitismus in Europa am Beispiel Deutschlands, Polens und Frankreichs

Das Forschungsvorhaben unserer Projektgruppe beinhaltet die Ursachen und die Erscheinungsformen des gegenwärtigen Antisemitismus in Europa. Als konkrete Beispiele dienen dreier verschiedene Länder: Deutschland, Polen und Frankreich. Laut Berichte internationaler Organisationen und Forschungsinstituten, ist Antisemitismus in den oben genannten Ländern ein besonders aktuelles und ernstes Phänomen.

Als Ausgangspunkt unseres Forschungsvorhabens dienen folgende Thesen:

→ Antisemitismus ist ein aktuelles und sich schnell ausbreitendes Phänomen.
→ In Europa war in den letzten Jahrzehnten ein rapider Zuwachs der judenfeindlichen Einstellungen und Vorfälle bemerkbar.
→ Antisemitische Symptome werden sowohl von Landesregierungen, als auch von Nichtregierungsorganisationen (NROs, NGOs) durch verschiedene öffentliche Aktionen/ Projekte bekämpft.

Während der Forschung werden verschiedene Anzeichen des heutigen Antisemitismus in den drei Ländern untersucht und dokumentiert, und zwar:

→ Partei-Ideologien / programmatische Schriften, die antisemitische Elemente enthalten;
→ Antisemitische Aussagen in der Politik (Reden von Politikern);
→ in Umfragen widergespiegelte antisemitische Bevölkerungseinstellung;
→ antijüdische Vorfälle: Schändungen von jüdischen Friedhöfen, Synagogen und Gedenkstätten; Brand- und Bombenanschläge auf jüdische Schulen und Synagogen; Graffitis und Zeichnungen; Vorfälle in Fußballstadien (Banner, Lieder);
→ große Anzahl der antisemitischen Publikationen, Webseiten, Musikgruppen.

Teodora-Bianca Moraru
Ewa Rudnik
Anna Wojciechowska

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