Jahrgang 2011/2012

1. Grenzgänger Kaukasus – Wie weit reicht Europa?

2. Moderne Nomaden

3. Gold, Eisen, Kohle

4. Neue Lokalität

5. Atelier Europa

6. Umgang mit Wahnsinn

 

Die Ergebnisse der Projektgruppen sind in der Jahrespublikation »Projekt Europa 2011/12« erschienen, die über die Geschäftsstelle des Studienkollegs anzufragen ist. Die einzelnen Artikel der Projektgruppen sind auf dieser Seite als PDF zu finden.

1. Grenzgänger Kaukasus – Wie weit reicht Europa?
»Europa ist da, wo Menschen von Europa reden und schreiben, wo Menschen Europa malen oder in Stein meißeln.« Wolfgang Schmale

Im Norden, Süden und Westen ist Europa von Meeren umgeben – für die Kontinentalgrenze zwischen Europa und Asien existiert indes keine einheitliche Festlegung. Besonders deutlich spiegelt sich diese Unklarheit in der Grenzregion Südkaukasus wieder. Wie wird diese Situation dort wahrgenommen? Auf einer Reise nach Tiflis in Georgien und Baku in Aserbaidschan sprachen wir mit Stadtbewohnern und Experten über Werte, Identität, Zugehörigkeit und Abgrenzung. Wir möchten uns mit Ihnen erneut auf diese Reise in eine der Grenzregionen des europäischen Kontinents begeben und laden Sie ein, eigene Antworten auf die Frage zu finden, was Europa ausmacht und wie weit Europa reicht.

Die Ergebnisse unserer Recherche finden Sie hier. Das Kartenheft zur Präsentation gibt Ihnen einen Einblick in das Europabild unserer Interviewpartner.

Joanna Kalicka, Polen, Geschichte und Osteuropastudien
Dorothea Külbel, Deutschland, Architektur
Claudine Reckmann Bertrán, Deutschland, VWL und Management
David Rinnert, Deutschland, Public Policy
Dmitry Shigaev, Russland, Politikwissenschaft
Friedrich Wittenbecher, Deutschland, Humanmedizin

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2. Moderne Nomaden
Bringt uns die berufsbedingte Mobilität auf den Weg nach Europa?

Immer mehr Europäer wechseln mit hoher Frequenz ihren Arbeitsort oder sind häufig beruflich auf Reisen. Wir sind diesen modernen Nomaden begegnet: In Warschau, Brüssel und Berlin sprachen wir mit hochmobilen Menschen – von LKW-Fahrern über Künstler bis hin zu Buchhaltern. Wo liegen ihre alltäglichen Herausforderungen, wo die Vor- und Nachteile ihres Arbeitslebens? Macht mehr Mobilität auch europäischer? Verändert sich Europa durch die erhöhte berufsbedingte Mobilität? Entstanden sind persönliche Geschichten, die uns ein Porträt des modernen Nomadentums zeichnen. Lesen Sie mehr.

Louise Chrétien, Frankreich, Politikwissenschaft und Chemie
Lucie Rydlová, Tschechien, Politikwissenschaft
Pierre Weibel, Frankreich, Geschichte, Musik/Fagott
Christina Wunderlich, Deutschland, VWL

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3. Gold, Eisen, Kohle
Wirtschaftlich erzwungene Umsiedlung im freiheitlich-demokratischen Europa

Der Bergbau spielt für die europäische Wirtschaft nach wie vor eine große Rolle. Sein Voranschreiten verlangt jedoch immer wieder die Umsiedlung einzelner Menschen oder ganzer Ortschaften. In unserem Projekt haben wir untersucht, wie betroffene Menschen mit dieser Umsiedlung umgehen und welche Interessengruppen in diesem komplexen Prozess eine Rolle spielen. Wir sind hierfür zu drei exemplarischen Bergbaugebieten gereist: die Lausitzer Braunkohlegebiete, die weltgrößte Eisenmine im schwedischen Kiruna und die geplante Goldmine im rumänischen Rosia Monrana. Unsere gesammelten Ergebnisse und Eindrücke möchten wir Ihnen gerne vorstellen.

Johannes von Büren, Deutschland, Humanmedizin
Julie Hen, Frankreich, Politikwissenschaft
Ínna Íegorova, Ukraine, BWL
Matthias Qian, Deutschland, VWL
Stefanie Wenger, Schweiz, Kunstgeschichte
Anne Wohne, Deutschland, Soziologie, Germanistik

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4. Neue Lokalität
Die Entdeckung des kleinen Maßstabs

Unsere Gesellschaften sehen sich mit drängenden Herausforderungen konfrontiert. Wie sollen wir Ressourcenknappheit und Krisenwirtschaft begegnen? Wie schaffen wir Gemeinschaft und Teilhabe in einer Welt der Unbeständigkeiten? Statt auf staatliche Gremien zu hoffen, nehmen Menschen die Dinge wieder selbst in die Hand. Sie eignen sich zentrale gesellschaftliche Bereiche vom Geldsystem über Nahrungsversorgung bis hin zum Theaterbetrieb an. Vor Ort suchen wir nach Lösungen ihrer Probleme und finden so zurück zur Selbstbestimmtheit. Wir präsentieren Neue Lokalität als zeitgemäße Möglichkeit für politisches Handeln. Diskutieren Sie mit uns über das Potential des kleinen Maßstabs zur Schaffung einer lebenswerten Gesellschaft.

Unsere Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Jan Jakub Chromiec, Polen, Public Policy
Jana Glaese, Deutschland, Sozialwissenschaft
Francesco Laruffa, Italien, VWL
Stefan Mekiffer, Deutschland, Philosophie
Hannah Schilling, Deutschland, Sozialwissenschaft
David Stöger, Österreich, Architektur

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5. Atelier Europa
Auf Reisen mit der Kunst

Wie unterscheiden sich die Produktion und Rezeption zeitgenössischer Kunst an verschiedenen europäischen Orten? Wir haben dazu zwei Künstler befragt, die beide vor der Wende 1989/90 in unterschiedlichen politischen Kontexten tätig waren und heute weltweit Projekte realisieren: Willi Dorner aus Österreich und Dan Perjowschi aus Rumänien. Beide arbeiten mit klassischen künstlerischen Materialien sowie Performance. So entscheidend wie der temporäre Charakter ihrer Arbeit sind der lokale Bezug, den sie an allen Aufführungsorten aufbauen, sowie ihr Vermögen, auf ihre humorvolle Art soziopolitisch zu sein.
Mit unserer Dokumentation, in der wir die Künstler von Brest bis Wien begleitet haben, möchten wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen des künstlerischen Arbeitens geben.

Peter Berry, Großbritannien, Philosophie und Germanistik
Vera Buttmann, Deutschland, Stadt- und Regionalplanung
Axel Dupont, Frankreich, Literaturwissenschaft
Florina Pop, Rumänien, Architektur

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6. Umgang mit Wahnsinn
Alltag, Institutionen, Philosophien

Im Umgang mit psychischer Krankheit zeigt sich das Selbstverständnis einer Gesellschaft. Sozialstaatliche Unterstützung und Integrationsbemühungen, aber auch Entmündigung und Zwangsregime bilden die Pole institutioneller Maßnahmen. Doch wie entstehen und festigen sich solche Praktiken. Dieser Frage sind wir in Berlin, Bukarest und Helsinki im Gespräch mit Aktivisten und Betroffenen, Wissenschaftlern und Ärzten nachgegangen. Dabei stießen wir auf Wohlfahrtstraditionen und totalitäres Erbe, Menschenrechtsverletzungen und Reformbestrebungen, europäische Förderprogramme und Korruption. Die so gewonnenen Einsichten möchten wir mit Ihnen teilen.

Alexander Brödner, Deutschland, Physik und Philosophie
Felix Förster, Deutschland, Physikalische Ingenieurwissenschaft
Andreas Leidinger, Deutschland, Jura
Leyla Safta-Zacheria, Rumänien, Europäische Ethnologie

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