Jahrgang 2012/2013

1. Gentrifizierung in den Städten Europas

2. Warum Zweitwährungen?

3. Angriff auf die Hinterzimmer – Erzwingt das Internet die gläserne Politik?

4. Street Art – Kreativer Protest im öffentlichen Raum

5. ¿Ωption Migrαtion? Europas Jugend auf der Suche nach Perspektiven

 

Die Ergebnisse der Projektgruppen sind in der Jahrespublikation »Projekt Europa 2012/13« erschienen, die über die Geschäftsstelle des Studienkollegs anzufragen ist. Die einzelnen Artikel der Projektgruppen sind auf dieser Seite als PDF zu finden.

1. Gentrifizierung in den Städten Europas

Caffè-Latte-Kolonialisierung, Aufwertung, Sanierung und Verdrängung – In diesem Spannungsfeld bewegt sich ein innerstädtisches Phänomen, das als Gentrifizierung bezeichnet wird. Manche sehen in Gentrifizierung eine wünschenswerte Erneuerung heruntergekommener Stadtviertel – für andere stehen negative Aspekte des Prozesses im Vordergrund, weil sich z. B. viele alteingesessene Bewohner die Mieterhöhungen nicht leisten können.
Wir fragten uns: Wie wird der Prozess der Gentrifizierung in europäischen Stadtvierteln erlebt? Warum ist die Wahrnehmung und Bewertung des Phänomens so unterschiedlich?
Diesen Fragen sind wir in Berlin, Brüssel und Kopenhagen nachgegangen. Unsere Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

E-Mail: studienkolleg.gentrifizierung@gmail.com

Benjamin Beck, Deutschland, Rechtswissenschaften
Jelena Duvnjak, Serbien, Soziale Arbeit
Sarah Fuchs, Schweiz, Public Policy
Sarah Elisabeth Lodberg, Dänemark, Theologie
Oleksandra Provozin, Ukraine, Kunstgeschichte
Bernadette Zyla, Deutschland, European Studies

zum Seitenanfang

 

2. Warum Zweitwährungen?

In ganz Europa bezahlen die Menschen mit ihnen, aber kaum einer kennt sie wirklich: Zweitwährungen. Sie heißen Chiemgauer, Bristol Pound oder Ovolos und verweisen mit ihren Namen schon auf bestimmte Regionen. Menschen nutzen parallel oder alternativ zur Währung ihres Landes eine eigene, selbst organisierte Währung. Manche sind lokal beschränkt, andere wiederum spannen weite Netze über viele Städte hinweg. Uns interessierte, was Nutzer und Gründer einer solchen Währung motiviert: Wie sehen sie sich selbst, welches Verhältnis haben sie zu Geld und welche Ziele verfolgen sie mit ihrem Projekt? Unsere Reise führte uns nach Kroatien, Griechenland, Deutschland und Großbritannien. Wir sahen kleine und große, gescheiterte und erfolgreiche Zweitwährungen, die aus ganz unterschiedlichen Motivationen ins Leben gerufen wurden. Zweitwährungen sind ein Instrument für verschiedene politische Richtungen und Ziele, für Zinskritik, Anarchismus, nationale Heimatliebe oder ökologische Nachhaltigkeit. Bei allen Unterschieden eint sie die Ansicht, dass Wirtschaftszyklen im Kleinen von zentraler Bedeutung für die Resilienz einer Wirtschaft im Großen sind.
Die Ergebnisse unserer Recherche finden Sie hier.

Lukas Fesenfeld, Deutschland, Public Policy
Thomas Kiesgen, Deutschland, Public Policy
Maja Klimaschewski, Österreich, Englische und deutsche Rechtswissenschaften
Daniela Ruß, Deutschland, Sozialwissenschaften und Physik
Jan Stuckatz, Deutschland, Politikwissenschaft
Iona Summerson, Großbritannien/Australien, Geologie

zum Seitenanfang

 

3. Angriff auf die Hinterzimmer – Erzwingt das Internet die gläserne Politik?

»Transparenz« ist das neue Zauberwort der Politik, dem niemand mehr widersprechen kann. Vom Nischenthema ist die Einsehbarkeit in politische Vorgänge zum gesellschaftlichen Bedürfnis geworden. In vier europäischen Ländern haben wir uns auf die Spur des Transparenz-Mythos gemacht und erforscht, wie Politiker und Zivilgesellschaft das Internet nutzen, um die Blackbox Politik zu öffnen. Von der Piraten-Hochburg Berlin reisten wir in die digitale Daten-Welt von England, weiter zur selbst ernannten Oase der Informationsfreiheit Island und schließlich ins internetaffine Schweden, um im Gespräch mit Politikern, Denkfabriken und Aktivisten herauszufinden, inwiefern das Internet Politik offener machen kann – und wie viel Transparenz hilfreich ist.
Lesen Sie die Resultate unserer Projektarbeit hier sowie ein Interview mit Peter Eigen, dem Gründer von »Transparency International«.

Migle Bareikyte, Litauen, Medien und politische Kommunikation
Irina Hardt, Deutschland, VWL und BWL
Sebastian Jannasch, Deutschland, Internationale Beziehungen
Lena Koever, Polen, Osteuropastudien
Daniel Meehan, Großbritannien, Sozialwissenschaften
Judith Rohde-Liebenau, Deutschland, Politik- und Sozialwissenschaft

zum Seitenanfang

 

4. Street Art – Kreativer Protest im öffentlichen Raum

Street Art schafft sich ihren Ausstellungsraum selber, ist für alle zugänglich und zum festen Bestandteil des öffentlichen Raumes geworden. Für uns war Street Art immer mehr: mehr als Schmiererei und mehr als Graffiti oder Stencils. Wir interpretieren Street Art als Kommunikation, Kreativität, Protest – eine Reaktion auf die Gesellschaft, die sie provoziert hat. Gezielt eingesetzt wird Street Art zum Störgeräusch im Gleichklang der Großstadt, eine oft leise, manchmal auch laute Möglichkeit den Alltag zu durchdringen.

In Russland, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn fanden wir ganz unterschiedliche und vielfältige Geräusche und Schattierungen des kreativen Protests im öffentlichen Raum, die eine alternative Geschichte über die Länder, ihre Bewohner und ihre Probleme erzählen. Ausgewählte Geräusche des Protests in diesen Ländern des Wandels möchten wir in Berlin erlebbar machen.

Unsere Entdeckungsreise auf den Spuren des »Artivismus«, der Symbiose aus Kunst und politischem Aktivismus können Sie hier verfolgen.

Eine Auswahl an Bildern unserer Ausstellung im Berliner »Antje Øklesund« finden Sie hier.

E-Mail: strassenkunst2013@gmail.com.

Theodora Constantin, Rumänien, Architektur
Ann-Sophie Gast, Deutschland, Internationale Beziehungen
Goran Jordanoski, Mazedonien, Erwachsenenpädagogik und Lebenslanges Lernen
Anna Kijaniza, Deutschland/Ukraine, Kunstgeschichte, Politikwissenschaft und Spanische Philologie
Niklas Kossow, Deutschland, Public Policy
Julia Pelzl, Österreich, Stadt- und Regionalplanung

5. ¿Ωption Migrαtion? Europas Jugend auf der Suche nach Perspektiven

Die Medien suggerieren das Bild einer krisenbedingten Migrationswelle junger Südeuropäer nach Deutschland. Doch unter welchen Umständen stellt die Migration tatsächlich eine Option für die Arbeitssuchenden dar? Welche anderen Wege wählen Spanier und Griechen, um dem Sog der Jugendarbeitslosigkeit zu entgehen?
In Gesprächen haben junge Akademiker vor Ort und bereits Emigrierte, sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Spanien, Griechenland und Deutschland über ihre Erfahrungen und Einschätzungen berichtet. Die Ergebnisse bieten nicht zuletzt Aufschluss darüber, wie europäisch sich diese Generation inmitten der Identitätskrise Europas fühlt. Eine englische Version des Textes finden Sie hier.

Myrto Aspioti, Griechenland, Modern and Medieval Languages
Annegret Hartig, Deutschland, Europäische Rechtswissenschaften
Hugo Lebarrois, Frankreich, Politikwissenschaft und Philosophie
Ilyas Saliba, Deutschland, Politikwissenschaft und International and Comparative Studies
Hannah Schindler, Deutschland, European Studies und Internationale Beziehungen
Yan Willière, Luxemburg, Humanmedizin

zum Seitenanfang