Jahrgang 2013/2014

1. Kinder unterm Regenbogen

2. Macht Spiele! Sportgroßereignisse im postsowjetischen Raum als europäische und nationale politische Arena

3. Willkommen in Europa? Die lokale Aufnahme von Geflüchteten

4. 100 Jahre Erster Weltkrieg. Europas Geschichte, Geschichtspolitik in Europa

5. Konflikt Dich! Die Kunst des Aufstandes in der Stadt

6. Der Weg ist das Ziel: Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten in Grenzregionen

 

1. Kinder unterm Regenbogen

Sie brandet wieder auf: die Diskussion um die Rechte der LGBT-Community. Homosexualität scheint langsam sogar im Fußball – der vielleicht stärksten Bastion gesellschaftlicher Ressentiments – akzeptiert, die eingetragene Lebenspartnerschaft gesteht man Homosexuellen zu, über die Ehe lässt sich zumindest verhandeln. Doch wie weit geht der gesellschaftliche Wille zur Gleichberechtigung? Es scheint, als wäre die rote Linie erreicht, wenn es um die Familiengründung homosexueller Paare geht. Die Regenbogenfamilie markiert die neue rote Linie der Toleranz.
Im Rahmen des Projekts soll die Perspektive von jungen homo- und transsexuellen Paaren im Mittelpunkt stehen. Wollen sie Kinder? Auch wenn es rechtliche Hürden und gesellschaftliche Vorbehalte gibt? Wie sehr hängt der Kinderwunsch von den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen ab? Ist er gar Grund für Migration? Durch Einblicke in die LGBT-Communities in Schweden, Deutschland und der Türkei, sowie Portraits verschiedener Regenbogenfamilien gehen wir diesen Fragen auf den Grund. Unsere Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Gergö Baranyi, Public Health, Ungarn
Sema Karakurt, Energie- und Verfahrenstechnik, Türkei
Charlotte Keller, Medizin, Deutschland
Sebastian Stirnkorb, Economics and Management, Deutschland
project.rainbow.families@gmail.com

zum Seitenanfang

 

2. Macht Spiele! Sportgroßereignisse im postsowjetischen Raum als europäische und nationale politische Arena

Welche Macht besitzt der Sport? Sportler nehmen immer wieder Einfluss auf die öffentliche Meinung, ebenso wie sich Politiker mit Sportereignissen und -ergebnissen schmücken. Mit der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine, den Olympischen Winterspielen 2014 in Russland sowie der Eishockey-Weltmeisterschaft 2014 in Belarus sind drei Sportgroßereignisse im postsowjetischen Raum beheimatet. Doch was bedeuten sie für die Regierungen und die Regionen? Fördern sie europäische Einigungsprozesse und zivilgesellschaftliche Initiativen? Oder dienen sie lediglich folkloristisch den Mächtigen und deren Legitimation? Diese MachtSpiele vor Ort zu untersuchen – in Moskau, Minsk, Kiew, Sotchi, Warschau – und in einer Reportage, die auch die kleinen Zwischentöne dokumentiert, zu verarbeiten, ist unser Ziel. Unsere Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Pavel Baravik, Politikwissenschaft und Soziologie, Belarus
Clemens Günther, Osteuropastudien, Deutschland
Anna Koubová, Sprachwissenschaft, Tschechien
Maria Lidia Tandeck, Deutsches und Polnisches Recht, Polen
Alexander Wentker, Europäische Rechtswissenschaften, Deutschland
sportprojekt.studienkolleg@gmail.com

zum Seitenanfang

 

3. Willkommen in Europa? Die lokale Aufnahme von Geflüchteten

Nicht erst seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien oder den wiederkehrenden Katastrophen an Europas Außengrenzen wie in Lampedusa ist die Frage, wie man in Europa mit Geflüchteten umgeht, hochaktuell. Die Aufnahmesituation ist von Land zu Land, aber auch von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Aber was ist eigentlich eine gelungene Aufnahme? Wie können die Interessen von Kommunen, Ortsansässigen und Geflüchteten unter einen Hut gebracht werden?

Unsere Projektgruppe hat es sich für dieses Jahr zur Aufgabe gemacht, verschiedene Beispiele positiver Aufnahmesituationen in Europa auf kommunaler Ebene zu analysieren und deren (Erfolgs-)Faktoren herauszuarbeiten. Dabei soll Positivbeispielen in Italien ebenso Aufmerksamkeit geschenkt werden wie zwei kleinen Kommunen in Brandenburg, wobei die kommunalen Vertreter_innen, Nachbarschaftsinitiativen sowie die Geflüchteten selbst in den Blick genommen werden. Am Ende soll ein Erkenntnisgewinn über einige breit anwendbare Kriterien gelungener Aufnahme auf kommunaler Ebene stehen. Unsere Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Nicolas Chanut, Politikwissenschaft und Mathematik, Frankreich
Laura Führer, Politikwissenschaften, Deutschland
Hallvard Indgjerd, Archäologie, Norwegen
Maria-Alice Kernéis, Sozialwissenschaften, Frankreich
Manuel Liebig, Europäische Ethnologie, Deutschland
Karolina Watroba, Modern Languages, Polen
fluechtlingsprojekt.studienkolleg@outlook.com

zum Seitenanfang

 

4. 100 Jahre Erster Weltkrieg. Europas Geschichte, Geschichtspolitik in Europa

Die Projektgruppe »Erster Weltkrieg« stellt sich einhundert Jahre nach dessen Ausbruch die Frage, wie mit der Erinnerung an diese »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts« (George F. Kennan) in verschiedenen europäischen Ländern umgegangen wird. Das schließt einerseits die Ebene der internationalen Politik und der Diplomatie mit ein, was eine Auseinandersetzung mit medialen Diskursen, Symbolpolitik und offiziellen Gedenkveranstaltung notwendig macht. Andererseits tangiert die Fragestellung aber auch den Bereich der öffentlichen Geschichtsvermittlung, womit Schulcurricula, Ausstellungen und Museen ebenfalls in den Fokus der Gruppe rücken. Auf einer Reise nach Wien, Budapest, Belgrad, Sarajewo, Istanbul und Gallipoli möchten wir uns insbesondere des im westeuropäischen Geschichtsdiskurs oft vernachlässigten Balkans annehmen und einen Eindruck von der dortigen Erinnerungskultur gewinnen. Unsere Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Olga Gogoleva, Turkologie, Russland
Hendrik Klaus, Physik, Deutschland
Patrik Sebastian Schmidt, Geschichte, Schweiz
Tobias Streibel, Ökonomie und Philosophie, Deutschland
Simon Vincken, Philosophie, Belgien
projekt1wk.skb@gmail.com

zum Seitenanfang

 

5. Konflikt Dich! Die Kunst des Aufstandes in der Stadt

Wie sieht die soziale Lebensrealität in einem Vorort aus? Und wo ist da Europa? Was hat das mit Kunst zu tun? Und wie sind die verschiedenen Vororte miteinander verbunden? Dies sind die auseinandergehenden Fragen, die uns seit Beginn des Projekts beschäftigen. Um Antworten zu finden, werden wir uns vier solche »urbanen Brennpunkte« anschauen: in Warschau, London, Stockholm und Lyon. Dabei wollen wir nicht nur die Stadtviertel kennenlernen, sondern auch mit den Künstlern vor Ort sprechen und die Umgebung der Künstler erfassen. Weil wir aber auch die Kunst für unseres Publikum erfahrbar machen wollen, werden wir außerdem aus jedem Viertel einen Künstler nach Berlin einladen, um dort zusammen mit uns während einer Woche zusammen zu sein und ein Kunstwerk zu schaffen. Die Vernissage wird dann zugleich auch die Abschlusspräsentation von unserem Projekt sein. Weitere unserer Gedanken können Sie hier nachlesen.

Die Künstler der Ausstellung im Rahmen von »48 Stunden Neukölln« sind:
Monica Maslon – Videokünstlerin aus Warschau
Stephan Bissaï – HipHopKünstler aus VaulxenVelin
Fahim Alam – Dokumentarfilmer aus London
Paula Urbano – Bildende Künstlerin aus Stockholm

Imane Bello, Politikwissenschaften, Frankreich
Michael Bloss, Internationale Beziehungen, Deutschland
Ludwig Maidowski, Rechtswissenschaften, Deutschland
Simon Maris, Architektur, Deutschland / Niederlande
Katharina Schiele, Politikwissenschaft, Deutschland
mail@konfliktdich.eu
http://konfliktdich.eu/

zum Seitenanfang

 

6. Der Weg ist das Ziel: Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten in Grenzregionen

Demokratie gelingt spielend leicht. Nun gut, leicht ist es vielleicht nicht gerade, was wir durch unser Spiel über Bürgerbeteiligung bei transnationalen Infrastrukturprojekten vorhaben. Man muss sich nur die vielen rechtlichen, politischen und kulturellen Probleme bei grenzüberschreitenden Großprojekten anschauen, um die Eingangsaussage skeptisch zu hinterfragen. Schon die Anzahl der Mitspieler und Interessen, die bei solchen Projekten, z. B. bei der Fehmarnbeltquerung oder beim Bau des Gotthardtunnels, eine Rolle spielen, macht die Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung zu einem schweren Unterfangen. Aber es ist ein lohnenswertes Projekt: Europa soll ja zusammenwachsen und ohne Straßen, Brücken und Tunnel wird dies nicht gehen. Die einzelnen Akteure müssen also viel lernen, will man in Zukunft Probleme und Konflikte vermeiden. Und wie lernt man am besten? Natürlich durch ein Spiel, das Spaß macht und noch dazu wertvolle Erkenntnisse bringt. Und genau dieses Spiel entwickelt unsere Projektgruppe, die sich den Titel »Der Weg ist das Ziel« gegeben hat. Nachdem wir auf unseren Projektreisen die vielfältigen Probleme transnationaler Infrastrukturprojekte kennengelernt haben, entwickeln wir aus unseren Erfahrungen ein Planspiel für Bürger, Unternehmen und Politiker. Die können dort lernen, wie man Infrastrukturprojekte effektiver und partizipativer gestaltet. Und damit gewinnen am Ende alle, oder?

Unsere Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Alexandra Ioan, Public Policy, Rumänien
Philip Kovce, Philosophie und Business Economics, Deutschland
Bianca Rancea, Politikwissenschaft, Rumänien
Björn Verse, Public Policy, Deutschland
infrastruktur.studienkolleg@gmail.com

zum Seitenanfang